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Bei manchen Freunden können zwei Wochen ohne Nachricht vergehen, ohne dass ich mich frage, ob irgendetwas passiert ist. Dann schreibt einer wieder und das Gespräch geht einfach weiter. Ich finde diese Art von Freundschaft ziemlich angenehm, solange beide dieselbe Ruhe auch wirklich als Ruhe verstehen.
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Man muss sich nicht jeden Morgen schreiben, um trotzdem bei wichtigen Dingen früh voneinander zu hören. Neue Stelle, Trennung, Umzug, schlechte Nachricht – Nähe zeigt sich für mich auch darin, dass manche Sachen nicht erst Wochen später zufällig im Gespräch auftauchen.
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Mir ist bei Freundschaften nicht wichtig, morgens und abends voneinander zu hören. Wichtiger ist mir, dass ich bei etwas wirklich Gutem oder wirklich Schlechtem nicht überlegen muss, ob ich nach drei Wochen Funkstille überhaupt anrufen darf. Selten Kontakt und Verlässlichkeit schließen sich für mich nicht aus.
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Mit manchen Freunden schreibe ich fast nie täglich, telefoniere dafür alle paar Wochen eine Stunde. Danach weiß ich wahrscheinlich mehr darüber, wie es ihnen wirklich geht, als nach dreißig Tagen „Was machst du?“ – „Nicht viel, du?“. Frequenz und Tiefe sind einfach nicht dieselbe Statistik.
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Man kann jeden Tag zwanzig Nachrichten austauschen und trotzdem hauptsächlich Memes und Alltagslogistik teilen. Man kann sich selten schreiben und bei einem echten Problem sofort wissen, wen man anruft. Kontaktfrequenz ist sichtbar. Nähe ist etwas komplizierter.
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Wenig Kontakt muss nicht automatisch ein Problem sein. Anders fühlt es sich an, wenn über Monate immer dieselbe Person schreibt, Treffen vorschlägt und nachfragt. Vielleicht sagt die Anzahl der Nachrichten weniger über eine Freundschaft aus als die Frage, ob beide gelegentlich von selbst den Weg zueinander finden.
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